Vorgeschichte Klärwerk Stade
Im Jahre 1959 ließ die Stadt einen Entwurf für ein fehlendes
biologisches Klärwerk aufstellen. Am 15.03.1961 konnte dieser Entwurf
den Aufsichtsbehörden zur Prüfung vorgelegt werden. Für
die Bemessung der Anlagen waren damals 50.000 Einwohnerwerte (EW) vorgesehen. Aus Mangel
an Finanzierungsmitteln konnten diese Pläne leider nicht verwirklicht
werden.
Erst im Jahre 1970 wurde dieser Entwurf im Hinblick auf die
Industrieansiedlung neu überarbeitet und auf Empfehlung der
Aufsichtsbehörden auf 135.000 EW mit Erweiterungsmöglichkeit
ausgelegt. Die detaillierte Entwurfsbearbeitung konnte kurze Zeit darauf in
Auftrag gegeben werden. Bereits im Sommer 1971 begann der Bau des Endsammlers,
und im Juni 1972 folgte der eigentliche Klärwerksbau. Die Bauleitung
einschl. die Bearbeitung der Ausschreibung und Abrechnung hat das Amt für
Stadtentwässerung und Wasserwirtschaft der Stadt Stade durchgeführt.
Die Inbetriebnahme der Kläranlage erfolgte 1976.
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Ausbaustufen des Klärwerks Stade
1. Ausbaustufe
Nach vierjähriger Bauzeit ging 1976 das Klärwerk Stade und somit die
erste Ausbaustufe mit 135.000 EW in Betrieb. Es handelte sich hierbei um Anlagenteile,
die die mechanische und biologische Abwasserreinigung inkl. der Schlammfaulung
durchführen.
Zur mechanischen Abwasserreinigung gehörten das Einlaufbauwerk mit der Rechenanlage
und dem Pumpwerk, der Sandfang und zwei Vorklärbecken. Zur biologischen Reinigung
wurde ein Belebungsbecken und zwei Nachklärbecken gebaut. Die Schlammfaulung
beinhaltete zwei Faultürme und einen nachgeschalteten Nacheindicker. Des weiteren
wurde ein Hochwasserpumpwerk zur Förderung des gereinigten Abwassers in die Schwinge
gebaut.
2. Ausbaustufe
1986 ging die zweite Ausbaustufe in Betrieb. Hierzu zählte die
Fäkalschlammannahmestation und die Schlammentwässerungsanlage.
Auf der Kläranlage Stade wurde eine Fäkalschlammannahmestation für den
gesamten Landkreis Stade gebaut, um hier die Fäkalschlämme aus den
Kleinkläranlagen und Sammelgruben zu verarbeiten. Die Fäkalschlammannahmestation
besteht aus Rechen, Sandklassierer, Eindicker und dem Schlammspeicher. Zur
Schlammentwässerungsanlage gehörten zwei Zentrifugen und ein Schlammspeicher.
3. Ausbaustufe
Um die gestiegenden gesetzlichen Anforderungen erfüllen zu können ging 1992 die
dritte Ausbaustufe in Betrieb. Diese Ausbaustufe umfasste Anlagenteile, um die Stickstoff-
und Phosphat-Elimination durchführen zu können. Dazu gehörte ein zweites
Belebungsbecken, die Fällmitteldosierstation, ein Denitrifikationsbecken und zwei
Tropfkörper. Mit dieser Ausbaustufe hat das Klärwerk Stade eine
Ausbaugröße von 200.000 EW erreicht.
Notwendige Sanierungsmaßnahmen des Klärwerks
Beim Stader Klärwerk handelt es sich um eine Anlage deren 1. Ausbaustufe 1976 in Betrieb
gegangen ist. Viele dieser Anlagen- und Maschinenteile sind auch heute noch in Betrieb.
Demzufolge sind verstärkte Sanierungsmaßnahmen in den nächsten Jahren notwendig.
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Im Jahr 2004 wurde das Hochwasserpumpwerk saniert, hierzu zählte der Austausch der Elektrotechnik und der Pumpentechnik.
Das Hochwasserpumpwerk ging Anfang 2005 in Betrieb.
Für das Jahr 2005 war die Sanierung der Faulschlammentwässerung mit Neubau eines Primärschlammpumpwerkes vorgesehen.
Das Bauvorhaben erstreckte sich über einen längeren Zeitraum und wurde im Mai 2006 abgeschlossen.
Als erste große Baumaßnahme in 2006 war die Sanierung des Einlaufbauwerkes und der Neubau des Rechengebäudes vorgesehen.
Im Zuge dieser Projekte wurde ein zusätzliches Rechengebäude errichtet,
desweiteren wurde das vorhandene Einlaufbauwerk komplett saniert und die maschinen- und elektrotechnische
Ausrüstung dieses Bereiches erneuert. Der Baubeginn war Mai 2006. Diese Baumaßnahme wird in 2008 beendet sein.
Die Umrüstung und maschinentechnische Erneuerung der Belebung,
Betonsanierung an den Belebungsbecken und Ausrüstung mit neuer Elektrotechnik,
Mess- und Regeltechnik stellte die zweite Baumaßnahme im Bereich des Klärwerks in 2006 dar.
Der Baubeginn erfolgte im Oktober 2006, das neue Schaltgebäude wurde bis
Ende 2006 fertiggestellt. Das Gesamtbauvorhaben läuft noch bis Mitte 2008.
Ebenfalls in 2006 begonnen wurde die Erneuerung des Gassystems.
Hierzu zählte der Austausch des Gasbehälters, der Gasfackel und der Schächte mit entsprechender
Sicherheitseinrichtungen inklusive aller Rohrleitungen. Weiterhin wurden die Faulbehälterdeckel saniert.
Dieses Bauvorhaben wurde im Dezember 2007 abgeschlossen.
Als nachfolgende umfangreiche Sanierungsmaßnahme ist für 2007 und 2008 der Bau einer Voreindickung
für den Überschussschlamm sowie der Austausch der Niederspannungshauptverteilung vorgesehen. In diesem Zusammenhang wird ein neues
Gebäude auf dem Klärwerkgelände errichtet. Ferner ist die Erneuerung der gesamten Prozessleittechnik des
Klärwerks und der Fernwirktechnik der Pumpwerke geplant. Baubeginn für diese beiden Projekte war das 4. Quartal 2007.
In 2009 wurde das Sanierungsprogramm mit der Sanierung der Nachklärung und des Rücklaufschlammpumpwerkes fortgesetzt.
Hier steht vor allem der Austausch der maschinellen Einrichtung im Mittelpunkt,
da diese mittlerweile über 30 Jahre alt sind. Die Sanierung der Nachklärung wurde Ende 2009 fertiggestellt,
das Rücklaufschlammpumpwerk folgt in 2010.
Für 2010 ist die Sanierung der Vorklärbecken und des Sandfangs sowie des Pumpwerks 'Hinterm Teich' vorgesehen.
Begonnen wird zudem mit der Sanierung der Heizungsanlage für die Faulung.
Bisher wurden Investitionen von 7,1 Mio. € für die fertig gestellten und laufenden Bauvorhaben getätigt.
Für die Jahre 2010 und 2011 kommen rd. 2,4 Mio. € hinzu, so dass für die Sanierung der Kläranlage insgesamt 9,5 Mio. € aufgewendet wurden.
Danach ist ein Rückgang der Investitionen für die Kläranlage zu erwarten,
da alle sanierungsbedürftigen großen Baumaßnahmen durchgeführt wurden.
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