| AES entsorgt jetzt das Industriegebiet Bützflethersand westlich der Johann-Rathje-Köser-Straße |
In der Sitzung der Ratsversammlung der Hansestadt Stade am 10. Mai 2010 wurde beschlossen,
zukünftig die im Industriegebiet Bützflethersand westlich der Johann-Rathje-Köser-Straße einschließlich des Hafens
und des Hafenerweiterungsgebietes angesiedelten Industriebetriebe über den Eigenbetrieb Abwasserentsorgung Stade
(AES) zu entsorgen. Zur Übernahme der Abwasserbeseitigung in diesem Gebiet durch die AES war eine entsprechende
Erweiterung des Geltungsbereiches der städtischen Abwasserbeseitigungssatzung sowie der Abwassergebührensatzung notwendig geworden.
Der Realisierung dieses Vorhabens waren eingehende Beratungen der Verbandsversammlung des AZV und die Abstimmung mit
der Kommunalaufsicht des Landkreises Stade vorausgegangen.
Am 09.06.2010 wurden nun im Hause der Stadtwerke Stade vom Verbandsvorsteher des AZV Wolfgang Rust,
dem Verbandsgeschäftsführer des AZV Horst Steffens, sowie dem Betriebsleiter der AES Gerhard Hacker in Anwesenheit
von Vertretern beider Aufsichtsgremien die Verträge zur Übertragung des Anlagevermögens der zentralen
Schmutzwasserbeseitigung sowie zur Mitbenutzung von Abwassertransportleitungen zwischen AES und dem AZV Bützfleth-Assel
unterzeichnet. Die Anlagen zur Schmutzwasserbeseitigung für das oben genannte Gebiet waren noch unter Regie des
AZV erstellt worden.
Unabhängig von der oben beschriebenen Industriegebietserschließung wird gegenwärtig von einer
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft untersucht ob, bzw. unter welchen Voraussetzungen die seit Jahren praktizierte,
erfolgreiche Zusammenarbeit beider Einrichtungen weiter ausgebaut werden kann.
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| AES entsorgt jetzt das Industriegebiet |
Abwasserentsorgung übernimmt Leitung vom AZV
STADE. Das städtische Tochterunternehmen Abwasserentsorgung Stade (AES) wird vom Abwasserzweckverband Assel/Bützfleth (AZV)
das Industriegebiet aus Bützflethersand übernehmen. Hintergrund ist der Anschluss des Industriegebietes an das Abwassernetz.
Das kostet rund 1,3 Millionen Euro - ein gewaltiges Unterfangen für den kleinen Verband.
Nachdem die AZV-Gremien bereits ihr Okay gegeben hatten, votierte nun auch der Stader AES-Betriebsausschuss
einstimmig für die Übernahme des Gebietes und der gerade laufenden Millionen-Investition.
Jetzt müssen formell noch der Stader Verwaltungsausschuss und der Rat zustimmen - Letzter wegen der Satzungsänderung,
die durch die Gebietserweiterung notwendig wird. Diese noch ausstehenden Beschlüsse gelten aber als Selbstgänger.
AES-Chef Gerhard Hacker hatte dem Ausschuss zuvor vorgerechnet, dass durch den Anschluss des Industriegebietes der Stader
Gebührenzahler im Grund nicht belastet werde. Um 1,5 Prozent steigen die gesamten Kosten für Zinsen der AES.
Die Industriebetriebe auf Bützflethersand werden dann alle mit ihren normalen Sanitäranlagen
(Duschen, Toiletten, Kantinen und Küchen) an das Netz angeschlossen.
Die Abwässer, die etwa bei der Dow-Produktion anfallen, werden vom Unternehmen mit einer eigenen,
supermodernen und eigens dafür entwickelten Kläranlage selbst aufbereitet.
Auch die Firma Prokon Nord arbeitet derzeit noch an einer eigenen Wasseraufbereitung für die Abwässer aus
der Bioethanolanlage, was - wie berichtet - bisher zu Verzögerungen bei der Produktion geführt hat.
Die Ergebnisse müssen abgewartet werden, bevor abschließend mit dem Unternehmen eine Vereinbarung getroffen werde,
so Hacker. Erst danach steht fest, ob möglicherweise noch Sondergebühren entrichtet werden müssen.
Momentan fährt Prokon Nord bei eingeschränkter Ethanolproduktion die Abwässer nach Stade und in andere Klärwerke der Region.
Das neue Abwassernetz im Industriegebiet soll noch im Laufe des Mai in Betrieb genommen werden.
Bis dahin steht dann auch der Übernahmevertrag zwischen AES und AZV.
Möglicherweise wird es schon bald zu einer Komplettübernahme des AZV durch die große benachbarte Schwester AES kommen.
Zumindest sind erste Sondierungsgespräche geführt worden - mit dem Ergebnis, Zahlen
und Voraussetzungen einer Übernahme des kleinen Verbandes bis zum Herbst 2010 vorzubereiten.
Damit ist jetzt das Wirtschaftsprüfungsunternehmen der AES, die Treukom aus Hamburg, beauftragt worden.
Wenn alles glattgeht, könnte konkret eine Übernahme im kommenden Jahr vorbereitet und beschlossen werden.
Bis es dann zur Verschmelzung kommt, geht aber noch weitere Zeit ins Land.
Der Stadtverwaltung sind die Sonderregelungen im Gebiet des AZV auf Stadtgebiet schon lange ein
Dorn im Auge, weil dort mit anderen Gebühren gerechnet wird. Bei einer Übernahme würden sie vereinheitlicht.
Zum AZV gehören derzeit die Stadt Stade und die Gemeinde Drochtersen. Die Mitgliedschaft der Stadt ist im
Gebietsänderungsvertrag von 1972 als Kann-Bestimmung geregelt. (pa)
(Quelle: Stader Tageblatt vom 29.04.2010)
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